Liebesgedicht - Sie sprach: Eines hat mich oft erstaunet
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Liebesgedichte: Verbundenheit





Sie sprach: Eines hat mich oft erstaunet

Eines hat mich oft erstaunet,
Liebste! wenn die Fremden nah'n,
Wie du scherzen frohgelaunet
Kannst, als sei dir nichts getan.

Durch die tausend Nichtigkeiten
Förmlicher Geselligkeit
Weißt du heiter hinzugleiten,
Rechts und links Aufmerksamkeit.

Ist dir nicht, seit du empfangen
Diesen Himmel in der Brust,
Für die Welt der Sinn vergangen
Und für ihren Tand die Lust?

Liebste! mir, seit ich getrunken
Habe deinen heil'gen Kuss,
Ist das Irdische versunken
Und die Welt ein Überfluss.

Sie zu sehen, sie zu hören,
Ihr geseh'n, gehört zu sein,
Kann nur das Bewusstsein stören,
Dass ich lebe dir allein.

Lass mich diese Last nicht tragen
Mit den Andern umzugeh'n,
Denen ich doch nicht darf sagen,
Wie durch dich mir ist gescheh'n.

Aber du vermagst im Herzen
Tief zu bergen dies Gefühl,
Außen munter fort zu scherzen
In dem muntern Weltgewühl.

Friedrich Rückert 1788-1866













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