Liebesgedicht.org - Liebesgedicht: Jüngst trieb es mich in Wald hinaus
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Liebesgedichte: Verliebt





Jüngst trieb es mich in Wald hinaus

Jüngst trieb es mich in Wald hinaus,
Kaum weiß ich recht warum;
Des Försters altes Giebelhaus
Ging mir im Sinne um.

Da äugte aus dem dunklen Tann
Ein Rehlein scheu hervor.
"Hab' acht!" so sprach's, "du Wandersmann,
Hab acht vorm Feuerrohr!

Der Grünrock ist ein arger Wicht,
Sein Blei trifft allzu gut,
Er schont das Herz im Leibe nicht,
Hab' acht, du junges Blut!"

Und weiter schritt ich durch den Tann,
Vom Zweig die Drossel schlug:
"Hab' acht, dir frohgemuter Mann,
Hab' acht vor Waidmannstrug!

Der Grünrock sitzt am Vogelherd,
Sein Garn hält allzu gut
Und ist dir deine Freiheit wert,
"Hab' acht, du junges Blut!"

Und wo am dichtesten der Tann
Da schlich ein Füchslein sacht:
"Hab' acht du unbedachter Mann,
Vor Jägertrug hab' acht!

Der Grünrock ist ein böser Geist,
Sein Eisen klemmt gar gut;
Und wenn dir lieb dein Leben ist,
"Hab' acht, du junges Blut!"

Und eh' ich's noch bedenken kann,
Wo an, wo aus, wo ein,
Da tritt heraus aus dunklem Tann
Des Försters Töchterlein.

Du süßes Schelmenangesicht,
Dein Blick traf allzu gut;
Du schonst das Herz im Leib mir nicht -
O weh mir junges Blut!

O weh, mich hält das Netz umgarnt!
War ich der Fallen blind?
Wer hat mich auch vor dir gewarnt,
Rehäugig Försterkind?

Edwin Bormann 1851 - 1912













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